RFID-Bändchen – Die Revolution für Festivals?

Einlassbändchen - bald nur noch mit RFID-Chip?

Einlassbändchen – bald nur noch mit RFID-Chip?

Wie kann man Festivals verbessern, Abläufe effizienter organisieren und das Event für alle entspannter gestalten? Diese Fragen stellen sich die Veranstalter stetig.

Eine mögliche Antwort scheinen die neuen RFID-Bändchen zu bieten: Diese Armbänder mit Chipsystem sind mehr als nur ein Einlassband und bieten diverse Funktionsmöglichkeiten.

Einige Festivals haben bereits angefangen, mit den neuen Bändchen zu arbeiten. In den USA ist der Trend schon weiter verbreitet, in Europa nimmt er dagegen erst langsam Anlauf. Vorreiter ist hier zum Beispiel das Mega-Festival Tomorrowland gewesen.

RFID – Die Technologie unseres Alltags

RFID steht für Radio Frequency Identification und ist eine Technologie, die bereits fest in unserem Alltag verankert ist. Sie steckt in Reisepässen, Mitgliedschaftskarten, Bibliotheksbüchern, Transpondern und vielem mehr. So ermöglicht RFID die kontaktlose Übermittlung und Sammlung von Daten.

Für den Festivalgebrauch erhalten Besucher ein Armband, an dem der RFID-Chip befestigt ist oder in den er, im Falle eines Silikonbandes, integriert wird. Vor der Anreise legt sich der Besucher ein Konto für sein RFID-Bändchen an und lädt online sein Guthaben auf. Wahlweise kann das Guthaben auch auf dem Festival an verschiedenen Checkpoints mit EC- oder Kreditkarte sowie mit Bargeld aufgestockt werden.

Logistik verbessern, Sicherheit stärken

Veranstalter versprechen sich viel von den RFID-Armbändern: Logistische Abläufe sollen drastisch vereinfacht und die Sicherheit verbessert werden.

Riesige Menschenmassen = lange Warteschlangen? Mit den RFID-Bändchen vielleicht nicht mehr... Credits: By Electronic Midwest [CC0], via Wikimedia Commons

Riesige Menschenmassen = ewige Warteschlangen? Mit den RFID-Bändchen vielleicht nicht mehr lange..
Credits: By Electronic Midwest [CC0], via Wikimedia Commons

Mit dem Chip kann einfach im Handumdrehen das Getränk bezahlt werden, indem man das Armband gegen einen Checkpoint hält. Auch lange Warteschlangen beim Einlass sollen durch schnelles Scannen des RFID-Bändchens der Vergangenheit angehören. In punkto Schnelligkeit kann mit diesen Armbändern also sicherlich einiges verbessert werden. Zudem könnten die Veranstalter Personalkosten bei den Zugangskontrollen einsparen.

Theoretisch wäre es mit den RFID-Armbändern nun auch hinfällig, Bargeld oder Kreditkarten mitzunehmen, wenn vorher genug Guthaben aufgeladen wurde. Damit würde das Risiko, bestohlen zu werden oder sein Portemonnaie zu verlieren, für viele deutlich sinken.

Angst vor Missbrauch bleibt nicht aus

Andererseits sind viele Benutzer noch verunsichert – wie steht es um die Nachteile? Viele befürchten, dass die Chance für Missbrauch durch die Technologie steigt, und machen sich Sorgen um ihren Datenschutz. Oftmals ist unklar, welche Informationen eigentlich gesammelt werden. Wo landen sie, wie lange werden sie dort gespeichert, und was wird mit ihnen gemacht?

Natürlich sind die Informationen, die man mit der Benutzung der RFID-Bändchen preisgibt, für die Abteilung Marketing eine Goldgrube, da sie ihnen das sogenannte „Audience Profiling“ erleichert. Durch die gesammelten Informationen lässt sich ein genaues Bild des Publikums erstellen. Welche Gewohnheiten hat es, also wann gibt es den meisten Andrang auf welche Stände, auf welches Produkt? Welche Marken kommen besonders gut an?

Eine Innovation mit Potential

Die RFID-Technologie im Einlassbändchen – ob sich diese Allrounder-Armbänder endgültig durchsetzen werden, ist noch unklar. Die neuartigen Armbänder eröffnen vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, und könnten das Festival-Erlebnis ein für alle mal verändern.

Auch in anderen Bereichen wird bereits über den Einsatz von RFID-Bändchen nachgedacht, zum Beispiel in Krankenhäusern als Erweiterung der Patientenarmbänder. Doch noch bleiben viele Fragen offen – wir sind gespannt, wie sich der Trend entwickelt.

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