Die Künstlersozialkasse – Was Veranstalter beachten müssen

Wer als Künstler oder Publizist arbeitet, der tut dies meist freischaffend – das bedeutet häufig finanzielle Ungewissheit. Um diese kulturpolitisch wichtige Berufsgruppe zu schützen und ihnen ähnliche Vorteile wie Arbeitnehmern zuzugestehen, gibt es in Deutschland jedoch das Künstlersozialversicherungsgesetz (KVG).

Auf die gezahlten Honorare muss ein Abschlag an die Künstlersozialkasse gezahlt werden. Credits: By Manfred Werner (Tsui) (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Auf die gezahlten Honorare muss ein Abschlag an die Künstlersozialkasse gezahlt werden.
Credits: By Manfred Werner (Tsui) (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Dieses Gesetz erleichtert Künstler und Publizisten, indem die Sozialversicherung nicht von ihnen alleine getragen werden muss, sondern von der Künstlersozialkasse (KSK) teilweise übernommen wird.

Wo also normalerweise der Arbeitgeber für seine Angestellten die Sozialableistungen mitträgt, springt hier die Künstlersozialkasse ein. Sie kommt nicht für die gesamten Beträge auf, aber greift den Künstlern und Publizisten mit einer Unterstützung von 50% für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung unter die Arme. Die restlichen 50% werden vom Künstler bzw. Publizisten getragen.

Die KVK mit Sitz in Wilhemshaven. Credits: von Gerd Fahrenhorst (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Die KVK mit Sitz in Wilhemshaven.
Credits: von Gerd Fahrenhorst (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Das Geld, dass die KSK für diese Unterstützung aufbringt, bezieht sie aus zwei verschiedenen Quellen:

  •  20% Zuschuss des Bundes
  • 30% Abgaben von „Unternehmen, die Kunst und Publizistik verwerten“

Wer muss zahlen?

Die Umschreibung „Unternehmen, die Kunst und Publizistik verwerten“ klingt abstrakt. Gemeint sind damit letztlich diejenigen, die wirtschaftlich von künstlerischen oder publizistischen Leistungen profitieren. Wer dagegen privat Kultur konsumiert, also das Theater besucht, oder auch einfach zu einer privaten Feier eine Band engagiert, ist nicht zur Abgabe verpflichtet.

Veranstalter fallen gemeinhin in die Kategorie A der „typischen Verwerter“, da sie künstlerische oder publizistische Leistungen öffentlich aufführen. Mit ihnen in dieser Kategorie befinden sich auch Verlage, Theater, Galerien, Museen, das Radio und viele weitere Institutionen.

Die Kategorie B ist denjenigen vorbehalten, die regelmäßig Leistungen zu Werbe- oder PR-Zwecken beanspruchen. Die Kategorie C stellt eine Generalklausel dar, die alle Unternehmen umfasst, die mehr als drei Mal im Jahr eine Veranstaltung organisieren, mit dem Zweck, davon wirtschaftlich zu profitieren. Aber Achtung – auch gemeinnützige Vereine sind zur Abgabe verpflichtet!

Wer sich unsicher ist, welcher Kategorie das Unternehmen angehört, kann sich hier weiter informieren oder sich von der KSK mithilfe eines Online-Formulars einstufen lassen.

Wie viel muss gezahlt werden?

Der Betrag ist abhängig von einem einheitlichen Abgabesatz, der jedes Jahr neu bestimmt wird. Er liegt 2014 bei 5,2% und stieg im Vergleich zum Jahr davor um 1,1% an. Die Abgabe wird auf alle Honorare und Entgelte gezahlt, die an Künstler oder Publizisten gehen.

Der Betrag muss zunächst im Voraus geleistet werden, der für den Zeitraum von März bis Februar des Folgejahres gilt. Bis Ende März des Folgejahres meldet das Unternehmen anschließend die im vergangenen Jahr geleisteten Gagen an Künstler und Publizisten. Die KSK berechnet dann die tatsächliche Abgabe, und gleicht dann bei den Abgabepflichtigen Überzahlungen oder Rückstände aus.

Die Unternehmen und Verwerter sind meldepflichtig – also sollte man nicht darauf warten, von der KSK angesprochen zu werden. Weitere Hinweise liefert auch die Webseite der KSK mit Informationen speziell für die Abgabepflichtigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.