Kein Ding der Unmöglichkeit – Festivals werden grüner und nachhaltiger

Credits: Public Domain/via Wikimedia Commons

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Zehntausende Menschen, die in Autolawinen anreisen? Die zusammen feiern, campen, essen und trinken? Riesige Bühnen, die Strom für Licht und Sound verschlucken?

Festivals genießen nicht gerade den Ruf als umweltschonendes Event. Doch einige Veranstalter setzen seit einigen Jahren viel daran, mit ein paar guten Ideen ihre Festivals grüner und nachhaltiger zu gestalten.

Vorreiter bringen den Stein ins Rollen

Geht es um nachhaltige Festivals, wird häufig das Melt! Festival als vorbildliches Beispiel herangezogen. Die Veranstalter starteten die Initiative M!Eco, die sich jedes Jahr unter einem anderen Motto der Nachhaltigkeit widmet. Mal geht es um Mobilität, mal um Energie, mal um Recycling. Jedes Jahr gibt es dabei neue Fortschritte: Das Melt! bietet mittlerweile verschiedene Anreisemöglichkeiten an, die eine Alternative zum Auto bieten. Seinen Strom bezieht es aus einer Solaranlage auf dem Festivalgelände.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Um ein Festival nachhaltiger zu gestalten, muss nicht gleich das ganze Konzept umgekrempelt werden. Auch mit kleinen Schritten kann die Umwelt bereits erheblich geschont werden:

1. Anreise erleichtern

Die Anreise zu entlegenen Festivalorten war bislang mit dem Auto am bequemsten. Bei Besuchern aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland sorgt das für eine beträchtliche Menge CO². Manche Festivals steuern gegen den Andrang mit dem Auto, in dem sie das Gelände um das Festival zur autofreien Zone erklären und stattdessen einen Shuttleservice anbieten. Andere bieten Vegünstigungen auf die Anreise per Bahn. Das Melt! organisierte sogar eine Fahrradtour von Berlin aus zum Festival.

2. Verschwendung eindämmen

Leider bleiben am Ende des Festivals oft genug Müllberge zurück, die dem Verbrauch einer Kleinstadt nahekommen. Ein guter Anfang kann es sein, Getränke und Essen in Pfandbechern bzw. -tellern zu verkaufen, damit diese nicht in den Büschen landen. Für die Masse an Bierdosen, die sich bei einem Festival gerne einmal ansammeln, bot das Hurricane Pfandautomaten an, an denen die Büchsen eingespeist werden konnten.

Damit überflüssiges Essen nicht sinnlos weggeschmissen wird, bot das Festival auch eine Food-Tauschbörse an. Dort konnten ungeöffnete Lebensmittel (zum Beispiel eine Dose Ravioli) getauscht werden. Alternativ gab es auch die Möglichkeit, Konserven am Ende des Festivals an Die Tafel zu spenden.

Massenveranstaltungen und Umweltschutz müssen sich nicht widersprechen - mit kreativen Ideen und Engagement. Credits: By Stefan Krause, Germany (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Massenveranstaltungen und Umweltschutz müssen sich nicht widersprechen – mit kreativen Ideen und Engagement. Credits: By Stefan Krause, Germany (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

3. Erneuerbare Energien im Kleinen

Die Energieversorgung gleich auf Sonnenenergie umzustellen, wie es das Melt! tat, kann sich nicht jeder Veranstalter leisten. Den großen Bedarf an Strom, den die Bühnen fordern, nach und nach mit erneuerbaren Energien zu ersetzen, sollte trotzdem das Ziel jedes Veranstalters sein. Doch anfangen kann man bereits mit kleinen Verbesserung: Das MS Dockville in Hamburg bot dieses Jahr beispielsweise Handy-Lade-Stationen an, die mit Solarenergie betrieben wurden.

4. Zum Müll sammeln animieren

Dass bei mehreren Tausend Besuchern trotz aller Bemühungen viel Müll produziert wird, ist leider so gut wie unvermeidbar. Deshalb heißt es gegen Ende des Festivals – Müll sammeln. Damit sich auch alle daran beteiligen, das Campinggelände wieder müllfrei zu bekommen, sollten die Besucher auch einen Anreiz dafür haben. Etabliert hat sich mittlerweile das Müllpfand, welches man nur gegen eine gefüllte Mülltüte zurückbekommt. Eine weitere Motivation können Geschenke wie Jutebeutel für besonders fleißige Sammler sein.

Initiativen wie Sounds for Nature oder die Green Music Initiative setzen sich als übergeordnete, unabhängige Plattform dafür ein, dass dieser grüne Trend bei Festivals vorangetrieben wird: Damit Massenveranstaltungen und Umweltschutz sich irgendwann nicht mehr ausschließen!

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